Wanderung der Göppinger "FISCHE" am 08. Juli 2006
Wie jedes Jahr waren wir FISCHE aus Waiblingen zur Wanderung eingeladen. Mit Rucksack und genügend Verpflegung, sowie Regenjacken und Schirm ausgerüstet , trafen wir uns um 9:30 Uhr an der Autobahnausfahrt Kirchheim/Teck, um gemeinsam den Parkplatz bei der Kelter in Beuren, Startplatz unserer Wanderung, anzusteuern.

Alles gut und schön! Petrus hatte jedoch zunächst leider kein Einsehen mit uns. Es regnete in Strömen, so dass wir erst einmal in unseren Autos sitzen blieben und warteten. Tatsächlich wurde, was keiner zu hoffen gewagt hatte, der Regen mit der Zeit weniger. Wir trauten uns schon einmal aus den Autos. Mit Schirmen bewaffnet, standen wir etwas unschlüssig herum und überlegten, ob wir überhaupt loswandern sollten.

Ich hatte eine ähnliche Wanderung auch auf den Hohenneuffen - vor einigen Monaten bei kaltem, nassem Wetter schon einmal gemacht. Der Abstieg war stellenweise sehr steil und wetterbedingt sehr rutschig und daher nicht ungefährlich. Da nutzten auch gute Schuhe und Stöcke nicht viel. Die Hörgeschädigten, die gleichzeitig auch oft Gleichgewichtsprobleme haben, hatten die größten Schwierigkeiten, und wir waren froh, als wir dann alle ziemlich matschig, aber heil wieder unten in Beuren ankamen. Aus dieser Erfahrung heraus, wollte ich eigentlich schon gar nicht mehr mitwandern.

Gegenüber dem Parkplatz saßen gemütlich unter dem Vordach eines Hauses einige Männer und tranken ein selbst gebranntes Schnäpschen, das der Hausherr spendiert hatte. Dieser holte uns dann ebenfalls ins Trockene und gab auch an uns eine Runde aus. So hob sich allmählich die Stimmung. Nachdem wir dann noch die hauseigene Besenwirtschaft besichtigen durften, beschlossen wir spontan, dass wir hier nicht das letzte Mal waren. Mit dieser netten Begegnung war der Vormittag gerettet. Als wir wieder ins Freie kamen, sah es so aus, als ob Petrus sich von unserer guten Laune hatte anstecken lassen. Es hörte auf zu regnen und hin und wieder traute sich sogar ein Sonnenstrahl durch die Wolkendecke.

Gemeinsam beschlossen wir jetzt doch die Wanderung zu riskieren. Wir schnürten die Rucksäcke und machten uns auf den Weg, der zu Beginn noch recht gemütlich war. Der Aufstieg zum Beurener Fels gestaltete sich aber dann schon etwas schwierig, da der Weg den steilen Berg hinauf nass und glitschig war. Zwei Schritte vor, einer zurück …. (gerutscht), kamen wir irgendwann erschöpft aber froh, es geschafft zu haben, da oben an. Zur Belohnung hatten wir jetzt einigermaßen klares Wetter. Wir machten eine gemütliche Vesperpause und genossen die einmalig schöne Aussicht.

Jetzt ging's über Stock und Stein durch den Wald zum Brucker - Felsen, über Erkenbrechtweiler, wo wir uns eine Eisschleckpause gönnten, weiter zum Wilhelma-Felsen. Hier gab es wieder eine tolle Aussicht zu genießen. Wir machten eine kurze Pause. Es wurde viel fotografiert. Dann ging's weiter, endlich Richtung Hohenneuffen. Der Anmarsch auf die Burg war recht steil. Wir waren froh, dann endlich unser Ziel erreicht zu haben. Das Wetter war jetzt so gut, dass wir draußen sitzen konnten. Auch hier gab es Aussicht auf eine wunderschöne Landschaft. Wir nutzten die Pause, um die Burgruine zu besichtigen, gemütlich Kaffee zu trinken und zu plaudern. Es gab viel zu erzählen, denn beim Wandern musste doch jeder ziemlich auf den Weg achten, der streckenweise recht matschig und uneben war.

Gut gestärkt und bester Laune traten wir gegen 16:30 Uhr den Abstieg an, der uns auch einige Rutschpartien bescherte. Zum Glück stürzte niemand. In Beuren angekommen, hing der Himmel wieder voller dunkler Wolken, und siehe da, es fing auch schon an zu tröpfeln. Gerade noch einigermaßen trocken erreichten wir das Gasthaus Löwen und ließen dort den Abend gemütlich bei Essen und Trinken ausklingen.

Ein Danke zum Himmel an Petrus! Er wollte wohl kein Spaßverderber sein, denn er hielt während der ganzen Wanderung den Regen da oben bei sich fest. Ein ganz großes Dankeschön geht an Dorle und Kurt Weiß, die diese schöne Tour geplant und vorbereitet haben. Es wurde trotz anfänglicher Skepsis für uns alle doch noch ein wunderschöner, erlebnisreicher Tag. Ich hätte mich sehr geärgert, wenn ich nicht dabei gewesen wäre. Danke, dass Ihr mich überzeugen konntet!

Übrigens haben wir uns tatsächlich im November an einem Samstagabend in der Besenwirtschaft in Beuren wieder getroffen und einen sehr netten, gemütlichen und genüsslichen Abend verlebt. Wiederholung nicht ausgeschlossen !

Mary Matysiak