FISCHE-Jahresausflug am 20.September 2008

mit dem "Behindertentreff Weinstadt" zum Steiff-Museum und zur Straußen-Farm nach Leipheim.

Unser Jahresausflug stand wieder vor der Türe. Diesmal ging es am Samstag, den 20. September 2008, in das Steiff-Museum nach Giengen und zur Straußenfarm Donaumoos nach Leipheim.

Das Wetter war etwas kühl, aber trotzdem waren wir in guter Stimmung. Leider waren bei dem Ausflug nur zwei FISCHE-Mitglieder anwesend, Marlies und Ursula. Zuerst steuerte der Bus Giengen an. Hier sollten wir um 10:00 Uhr im Steiff-Museum eine Führung haben. Leider hat die Führung nicht geklappt. So mussten wir mit einer Tonbandaufnahme vorlieb nehmen. Wir kamen in verschiedene Räume und alles wurde uns via Tonbandaufnahme erklärt. Da die Akustik in den Räumlichkeiten sehr schlecht war, war es uns Hörgeräteträgern fast unmöglich, den gesprochenen Text zu verstehen.

Margarete Steiff wurde am 24. Juli 1847 in Giengen geboren. Im Dezember 1848 erkrankt sie an Kinderlähmung. Unzählige Arztbesuche und Klinikaufenthalte folgen. 1858 besucht sie die Nähschule. In dem Schicksal das Positive sehen, so sah es Margarete Steiff. Frohsinn und Willenskraft zeichnet diese Person aus!

Sie war eine der ersten Unternehmerinnen. Trotz ihres Schicksals der schweren Erkrankung erkennt Margarete Steiff ihre Chancen, die in ihren begabten Händen liegen. Sie erlernt das Zitherspiel, gibt Unterrichtsstunden und leistet sich die erste Nähmaschine. 1880 gründet sie die Filz-Spielwaren Fabrik und produziert das erste weiche gestopfte Spieltier der Welt, das Elefäntie.

Untrennbar verbunden ist der Teddybär mit der Margarete Steiff GmbH, wo der Siegeszug des Teddybären aus Mohair vor 100 Jahren begonnen hat und sich seitdem stetig weiter fortsetzt. Sein liebes Gesicht mit den glänzenden, runden Knopfaugen und der vorwitzigen, handgestrickten Nase begleitet kleine und große Kinder bis hinein ins Erwachsenenalter als bester Freund und Seelentröster.

Am 09. Mai 1909 stirbt Margarete Steiff im Alter von fast 62 Jahren.

Richard Steiff, ein Neffe der Firmengründerin Margarete Steiff und Erfinder des Teddybären, hat eine große Vorliebe für Braunbären. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule in Stuttgart tritt Richard Steiff in das Unternehmen seiner Tante Margarete ein.

Während des 2. Weltkrieges und einige Zeit danach herrschte Materialknappheit bei Steiff. Deshalb werden Steiff Teddybären aus Kunstseidenplüsch hergestellt. 1947 erscheint der lang erwartete neue und sehr bescheidene Katalog für die In- und Auslandsmärkte. Alle Steiff Teddybären und Tiere, die in dieser Zeit in der amerikanischen Besatzungszone entstehen, werden mit einer besonderen Fahne gekennzeichnet. Für Sammler eine Rarität.

Nach der Besichtigung des Steiff Museums gingen wir in das Bistro „Knopf“ zum Mittagessen. Hier stärkten wir uns. Danach ging es zur Straußen-Farm Donaumoos nach Leipheim.

Eine der größten Straußenfarmen hierzulande existiert im bayerischen Leipheim, an der Grenze zu Württemberg. Bei einer Führung über die Farm erhielten die Teilnehmer von Susanne Engelhardt viele Informationen zum Betrieb und über das Leben der Strauße.

Susanne Engelhardt heiratete vor ca. 12 Jahren ihren Mann Horst und damit auf den Betrieb. Sie kommt ursprünglich nicht aus der Landwirtschaft, ist gelernte PTA und hat sich im Laufe der Zeit in das landwirtschaftliche Betriebsleben eingearbeitet. Ihr Aufgabenbereich erstreckt sich von der Vermarktung der Straußenprodukte im Hofladen, über den Tourismus (Führungen) und Stallarbeit. Daneben hat Susanne Engelhardt 5 Kinder im Alter von 7 Monaten bis 12 Jahren.

Der Hof der Landwirtsfamilie Engelhardt liegt im Donaumoos bei Leipheim, einer Riedlandschaft mit saftigen Wiesen. Von der Landstraße aus glaubt manch ein Vorüberfahrender an eine Fata Morgana. Denn an Stelle von Rindern grasen Strauße auf den weitläufigen Koppeln, die das Anwesen von Horst und Susanne Engelhardt einrahmen. Durchschnittlich 400 bis 500 dieser Tiere, Elternpaare nebst Nachwuchs, leben auf der Zuchtfarm. Die über zwei Meter großen Laufvögel bewegen sich in großräumigen Stallungen mit Auslauf auf die Weiden.

Nicht mehr als zehn Betriebe dieser Größenordnung gibt es in Deutschland. Es gibt etliche kleinere Farmen. Aber die meisten halten Strauße als Hobby. Ein Pärchen plus Nachzucht - nicht mehr. Auch die Engelhardts haben klein angefangen. Im April 1993 kauften sie ihr erstes Pärchen in Norddeutschland. Im Sommer 1993 wurden weitere 6 Zuchtstraußen in Holland zugekauft. Vorab informierten sich die Engelhardts auf verschiedenen Farmen in Norddeutschland, den Niederlanden und Belgien.

Heute leben auf der Straußenfarm Donaumoos 39 Zuchtstraußen. Die Hähne sind am schwarzen, die Hennen am grauen Gefieder zu unterscheiden. In größeren Zuchtgruppen deshalb, weil diese Vögel gewohnt sind in Gruppen zu leben, bestehend aus 2 bis drei Hennen und einem Hahn. Die ältesten Zuchtstrauße der Farm sind mittlerweile zwischen 18 und 20 Jahre alt und genießen ihr Leben auf großzügig gestalteten Weiden und Stallungen. Auch wenn der Strauß auf einer Zuchtfarm aufwächst – sein Wildverhalten ist noch immer ausgeprägt. „Reizen sollte man ihn nicht“, meint Frau Engelhardt. Denn auch wenn der Strauß als einziger Vogel nur zwei Zehen hat, kann er mit einem Fußtritt gefährliche Verletzungen verursachen.

Die arbeitsintensivste Zeit der Züchter liegt in den Monaten April bis Oktober. So lange dauert die Legesaison, während die Henne jeden zweiten Tag ein Ei legen kann. In einer Saison also 50 bis 60 Stück.

Zwischen 1,5 und zwei Kilogramm bringt ein einziges Straußenei auf die Waage. Das entspricht 25 bis 30 „normalen“ Hühnereiern. „Die Eier werden täglich eingesammelt, um sie im Brutkasten künstlich auszubrüten. Danach werden die Küken von Hand großgezogen“, beschreibt Susanne Engelhardt diese künstliche Brutmethode.

Die Jungen wachsen schnell, acht bis zehn Zentimeter pro Woche. Dementsprechend groß ist auch der Appetit. Auf der Straußenfarm Donaumoos steht sowohl für die Jung- als auch für die erwachsenen Tiere ein Mix aus Getreideschrot, Gras, Grassilage und Maissilage auf dem Speiseplan. Nur die kleinsten Küken bis zum Alter von 6 Wochen erhalten zugekauftes pelletiertes Futter. „Im Prinzip werden Strauße fast so gefüttert wie Rinder“, erklärt Susanne Engelhardt. „Aber der Strauß ist durchaus wählerisch. Gras und Kräuter auf der Koppel sind ihm immer noch am liebsten.“ Die Nahrung muss kurz sein. Denn wie alle Vögel hat auch der flugunfähige Vogel Strauß keine Zähne. Sämtliches Futter wandert im Ganzen den langen Hals hinunter. Die Strauße fressen kleine Steine - mit Absicht. Sie haben die Funktion, die Nahrung zu zerkleinern. So befindet sich im großen Muskelmagen des über zwei Meter großen Vogels zwei Drittel Nahrung und ein Drittel Steine.

Für Tierschützer ist die Straußenhaltung seit Jahren ein Reizthema. Der Strauß vertrage keine Nässe. Eine artgerechte Haltung sei daher in Deutschland wegen des kühlen und feuchten Klimas nicht möglich. Doch die Straußenhalter berichten aus der Praxis Gegenteiliges. Die hiesigen Temperaturen seien kein Problem für diese Überlebenskünstler. Schließlich seien sie in ihrer südafrikanischen Wüstenheimat extremen Temperaturschwankungen von nahezu 0° bis +50°C ausgesetzt. Selbst bei Regen und Schnee fühlten sich die Tiere wohl.

Von dieser Erfahrung spricht auch Susanne Engelhardt: „Das Klima hier bekommt den Straußen gut. Im Winter lassen sich sogar manche Tiere über Nacht auf der Koppel einschneien. Wenn es hell wird stehen sie auf und schütteln sich kurz, so als ob es die Kälte gar nicht gäbe.“ Die Züchterin weiß vom Anpassungsvermögen der Strauße. Mehr als die Kälte mache ihnen die Hitze zu schaffen. „Weil Strauße nicht schwitzen können, sterben sie in Afrika oft an Überhitzung.“ Südafrika ist ohnehin nicht die angestammte Heimat dieser schnellen Laufvögel. Ursprünglich war der Struthio Camelus neben Asien auch in Europa beheimatet. Durch Evolution und Zivilisation wurde diese Tierart immer weiter nach Süden gedrängt und lebt heute in den kärgsten Gegenden Afrikas.

Bis zu 70 Jahren kann ein Strauß alt werden. Auf der Farm der Engelhardts führt er zwar ein „luxuriöses“, aber in der Regel sehr kurzes Leben. „Im Schnitt werden die Tiere mit 15 Monaten hier auf dem Hof geschlachtet. Sie wiegen dann rund 100 Kilo“, verdeutlicht Susanne Engelhardt. Das dunkle, sehr magere, geschmacklich zwischen Rind und Wild einzuordnende Straußenfleisch verkaufen die Engelhardts in ihrem Hofladen.

Als Überraschung wurde in dem Hofladen eine Platte mit verschiedenen Wurstsorten zum Probieren herumgereicht. Einige Ausflügler kauften dort Straußenfleisch und verschiedene Wurstsorten. Daneben werden auch alle Nebenprodukte wie Leder, Federn und Straußeneier vermarktet.

Info: Mehr über die Straußenfarm Donaumoos in Leipheim steht im Internet unter www.straussenfarm-donaumoos.de.

Nach Besichtigung der Straußenfarm Donaumoss sind wir noch in ein Restaurant dort in der Nähe eingekehrt. Wir ließen den Tag gemütlich bei einem guten Essen ausklingen. Nach der Stärkung fuhren wir bei guter Laune und mit vielen neuen Eindrücken nach Hause zurück.Ich hoffe, dass beim nächsten Jahresausflug wieder mehr FISCHE dabei sein werden. Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren, die in mühevoller Weise die Reise vorbereitet haben. Es war ein schöner und gelungener Ausflug. Wir alle sind gespannt, wohin uns der nächste Ausflug in diesem Jahr führen wird. Auf jeden Fall sind wir beim nächsten Mal wieder dabei!

Susanne Engelhardt

Ursula Schomberg