| Heimatmuseum Endersbach 23.5.2009 |
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Am Samstag, den 23. Mai 2009, trafen wir FISCHE uns zu einem kulturellen Nachmittag im Heimatmuseum Endersbach. Eingeladen hatte der FISCHE-Verein auch Frau Eva Sommer aus Minden. Sie wurde auf ihrer Reise von ihrem Mann begleitet. Viele FISCHE waren der Einladung gefolgt. Auch aus dem Ortsverein Göppingen kam ein FISCHLEIN. Es war Ute Kappl. Über ihr Erscheinen haben wir uns natürlich sehr gefreut. Zuerst hatten wir in der Heimatstube ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen. Dann trug Frau Sommer ihre selbstverfassten Gedichte vor. Vorab erzählte sie uns, dass sie früher als Lehrerin an einer Grundschule gearbeitet hatte. Ihr Lieblingsfach war Musik. Sie spielte mehrere Instrumente. 1987 musste sie ihren geliebten Beruf aufgrund ihrer Hörprobleme, die allmählich bis zur völligen Ertaubung führten, aufgeben und vorzeitig in Pension gehen. Seit 1994 trägt sie ein CI (Cochlea-Implantat). Die Auseinandersetzung mit ihrer Ertaubung und deren Folgen, besonders der Verlust des Musikhörens, veranlasste sie dazu, eigene Texte zu verfassen. Das half ihr dabei, sich auf ihre veränderte Lebenssituation einzustellen und neue Wege zu finden. Sie absolvierte ein Fernstudium an der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte in München. Sobald sie Erlebnisse angenehm berühren oder unangenehm beeinträchtigen, entsteht in ihrem Innern der Drang zum Schreiben. Ihre Texte beschäftigen sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen, Identität, der Freude an der Natur, der Liebe zu Tieren etc. In ihrem kleinen Büchlein „Wege suchen – Wege finden“ hat Eva Sommer 51 ihrer selbstverfassten Gedichte niedergeschrieben, die uns erheiterten und zum Nachdenken anregten. Ein Gedicht von ihr, das mir besonders gut gefallen hat, möchte ich im Original wiedergeben. Eigentlich haben mir alle ihre Gedichte gefallen! Bahnhof Züge fahren fahren ein Wir FISCHE möchten uns bei Frau Sommer und ihrem Mann für ihr Kommen bedanken. Die erfrischenden, aber auch traurigen Gedichte kamen bei den FISCHEN sehr gut an. Sie spiegeln das lebendige Leben mit seinen Schattenseiten, seiner Trauer und Freude wieder.
Nach der Lesung ihrer Gedichte hatten wir eine Führung durch das Heimatmuseum mit Frau Kittler. Frau Kittler, erste Vorsitzende des Fördervereins, erzählte uns, dass das historische Haus aus dem Jahr 1455 stammt und somit wohl das älteste Haus Weinstadts ist. Im 16. Jahrhundert kamen Scheune und Schafstall hinzu. Da das Haus in einem sehr schlechten Zustand war und zu verfallen drohte, hatte sich eine aktive Rentnertruppe von 13 handwerklich erfahrenen Endersbacher Bürgern zusammengefunden, um die Museumspläne zu verwirklichen. Sie renovierten das Museum von 2004 bis 2008 und leisteten über 9.000 Stunden ehrenamtlich. Die Räume sind voll mit Dokumenten, Geräten und Handwerkszeugen und zeigen somit das bäuerliche Leben und Wohnen von früher, einschließlich Ackerbau, Weinbau sowie Handwerk in der Zeit von 1750 bis 1950. Frau Kittler erinnerte an den Museumsgründer Paul Hekeler und seinen Nachfolger Hermann Schlipf. Dank dem Grundstock dieser beiden Endersbacher Bürger war schon eine beachtliche Materialsammlung vorhanden und die Grundlage für ein Heimatmuseum vorbereitet und geschaffen. Wir FISCHE kamen aus dem Staunen nicht heraus! Wir hatten reichlich Gelegenheit, Neues zu entdecken und zu erfahren. Ja, wirklich, das Endersbacher Heimatmuseum ist schon ein Schmuckstück! Da wurde die Vergangenheit lebendige Gegenwart. Vieles erinnerte mich noch an frühere Zeiten! Am 05. Juli war ich noch einmal mit meinen beiden Freundinnen hier, um auch ihnen diese Kostbarkeiten zu zeigen. Sie waren ganz angenehm überrascht und blieben manchmal vor Entzückung einfach stehen und ein Lächeln huschte über ihre Gesichter. Wir FISCHE möchten uns bei Frau Kittler für die umfassende Führung und für das ausgiebige Wissen, das sie uns vermittelt hat, bedanken. Das Museum war eine echte Bereicherung. Anschließend fand im Restaurant „König“ das gemeinsame Abendessen statt. Alles in allem war es ein schöner, gelungener Nachmittag. Nach dem erlebnisreichen Tag gingen wir fröhlich und heiter nach Hause. Auch bei Mary möchten wir FISCHE uns für ihr jahrelanges Engagement bedanken. Sie organisiert alles, damit es auch reibungslos läuft und dies ist natürlich mit viel Arbeit verbunden. Danke Mary, für Dein unermüdliches Handeln mit Worten und Taten. Wir FISCHE wissen es zu schätzen, was wir an Dir haben! Ursula Schomberg |